Liebe Freunde der Homepage Hammer!
Verfolgungszeiten der Kirche waren zugleich die größten Wachstumszeiten der Kirche Jesu Christi.
In diesen Wochen nach Ostern, da wir in der fortlaufenden Lesung der nachösterlichen Zeit die Apostelgeschichte hören, werden uns die Erfahrungen der Jünger, vor allem des Heiligen Paulus vermittelt. Was hat doch dieser Paulus als Neubekehrter mitmachen müssen, um den Jüngerkreis von Jerusalem um Petrus und Jakobus von der Art seiner Christusverkündigung zu überzeugen. Und mit welchem Misstrauen und Ängsten wurde er von ihnen behandelt und beurteilt? „Alle fürchteten sich vor ihm und konnten nicht glauben, dass er ein Jünger war“. Barnabas musste sich seiner annehmen und ihnen diesen Paulus ans Herz legen. Und was hat er dann im Verlauf seines Lebens alles durchmachen müssen? Lest dies doch mal nach!
Und wenn ich heute lese, welche Gräuel den Christen in Nahost und in Afrika wie auch Asien nachgesagt werden und wie sie verfolgt werden, dann sollten wir still sein mit unseren Problemen und diese nicht so hochstilisieren. Auch die hohen Herren in Rom sollten sich der großen Aufgaben bewusst werden, die heute auf uns warten und nicht in klitzeklein an Liturgie- und Gesangstexten herumkritisieren oder debattieren um Mund- oder Handkommunion. Die Menschen haben heute andere Probleme mit der großen Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich in der Welt, der großen Flüchtlings-, Hungers- und Wassernot in vielen Teilen der Erde. Ebenso aber auch der Seelsorgsnot, die zum Himmel schreit und wir so tun, als ob das vom Zölibat oder nur von den Klerikern gelöst werden könnte.
Ich denke aber ebenso an all die vielen Priester, die ihre Haushälterinnen und heute Hausdamen nötig haben und denen man es verübelt, wenn sie als Männer und Frauen eben nicht unbedingt den Forderungen der Kirche entsprechen. Auch das ist Vertuschung und Nicht-Sehen-Wollen der Realitäten. Für Bischöfe und Kardinäle stehen noch immer Ordensschwestern zur Verfügung und so merken sie gar nicht, was für eine ordentliche Haushaltsführung nötig ist. Und wenn nicht viele leibliche Schwestern mehr zur Verfügung stehen, ja woher sollen die „Welt“-Priester ihre Mitarbeiterinnen nehmen, wenn sie als vollgültige zeitgenössische Menschen gelten wollen?
Ebenso denke ich in diesen Jahren, an all die alten Priester, die ebenso wie unsere alten Witwen und Witwer in Heimen dahinsiechen und an Demenz, Alzheimer, Parkinson und vielen anderen sehr schweren Krankheiten leiden und von denen lesen wir kaum noch etwas: Die Freunde sind weggestorben und so vereinsamen sie trotz Pflege auf hohen Niveau. Wäre da nicht geboten, an diese immer wieder zu erinnern, dass es sie noch gibt und gerne einen Besuch erwarten, wenn auch kein Gespräch mehr möglich ist.
Gerne grüße ich auch meine Mitbrüder in diesen Tagen draußen in der Weltmission wie Zitzmann Gregor in Buenos Aires, der jeden Tag viele Stunden im Beichtstuhl mit seinen 82 Jahren verbringt, Bischof Bucher in Durban in Südafrika, der Fortbildungskonferenzen und Exerzitien für Mitbrüder hält, Tratz Willibald in Südafrika, der in der Diözese Aliwal in Südafrika die Stellung hält, Kobler Albert der mit seiner Schwester seine letzten Jahre in Garmisch –Partenkirchen in einem Altenheim verbringt und viele andere, wie Greil Josef, der in Neustadt schon viele Jahre , an Demenz leidet. Ich habe nur ein paar genannt, die im nächsten Monat zum 55. Male ihren Weihetag feiern dürfen.
Vergessen wir einander nicht und schenken einander Gebet und einen Gruß mit Telefon, Brief oder Mail – je nachdem, wie sie noch am Leben dieser Welt teilnehmen können.
Ihnen allen die Hoffnung, dass uns allen der Trost und die Zusage des Heiligen Geistes vom Herrn zugesichert wurde und all jenen, zur Mahnung, dass Gottes Herz weit größer ist als unsere Ängstlichkeit und Enge.
Gerne grüßt euch alle, liebe Mitbrüder und Freunde
Euer Hans Hammer.
Letzte Änderung 8.5.12/Bu
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